Quickblade UV88

Schwarzes Gold in Perfektion?

Neben einem vernünftigen Board, sollte vor allem der Auswahl eines geeigneten Paddels die nötige Beachtung geschenkt werden. Eine falsche Paddelwahl beschert einem nicht den erhofften Fahrspaß und kann des Öfteren sogar zu Verletzungen führen.

Wie auch bei den Boards, sollten gerade große, kräftige Paddler darauf achten ein möglichst steifes, stabiles und im Idealfall auch nicht leichtes Paddel zu führen. Dies hat neben einer verlustfreieren Kraftübertragung und damit verbunden einen deutlich effizienteren Vortrieb zur Folge.

Auch ich starte mal mit einem SUP-Komplettset inkl. Alupaddel mit Kunststoffblade, diese Blade war sogar so weich, dass sie sich bei beherztem Zug i quasi flach ins Wasser legte und damit starkes Paddeln kaum möglich war. Trotz des starken Flex im Paddelblatt brach mir dieses Paddel schon nach ca. 40 Ausfahrten am Schaft.

Dann kamen einige Versuche mit Paddeln von Fanatic, welche alle mitsamt zu weich waren, auch hier musste ich einen Bruch eines Carbon 80 verzeichnen.

Daraufhin war ich auf der Suche nach einem möglichst steifen, leichten 3-teiligen Paddel und wurde beim Marin 3 von Croslake fündig. Das Marin 3 ging nach etwa einem Jahr und exzessiver Nutzung an der Blade Spitze auf und da auch ein paar Bodenkontakte zu leichten Gebrauchsspuren führten, musste eine Kulanzlösung gefunden werden. Diese brachte mich zum Marin 2 , dem etwas unflexibleren, nochmals leichteren 2-teiligen Pendant mit lediglich 560g und hervorragender Steifigkeit.

Erste Auswirkungen des „Kilometerfressens“

Mit den besseren Boards stieg auch die wöchentliche Kilometerleistung stark an und die Klassiker, Tennis und Golferarm kündigten sich an… War das Paddel zu steif? Was kann ich an der Technik ändern? Woher kommen die teilweise auftretenden Schmerzen?

Im Zuge des Kaufs meines SIC Bullet Air Glide 14 bot mir Racer und Händler „Move Mike“ sein brandneues Quickblade UV-88 (FullCarbon) zum Testen an. Bis zu diesem Zeitpunkt hielt ich mich an allgemeine Paddelängenempfehlungen, die bei mir zu einer Paddellänge von 208cm führte (186cm Körpergröße). Mike schlug mir vor sein Paddel mal zu testen um einfach mal den Unterschied zu spüren. Sein Paddel war gerade mal 195cm lang und ich fragte mich, wieso ein in etwa gleich großer Paddler ein so kurzes Paddel fährt? Ob es an der geringen Wassertiefe des Neusiedlersees liegt, wo einem die Tränen ins Auge drückt wenn die Blade mal an der falschen Stelle ordentlich eingetaucht wird?

Egal, das QB unters Decknetz gespannt, startete meine Probefahrt mit den 2019-er SIC AirGlide Modellen mit dem gewohnten Croslake Marin, breite Bladespitze im Wasser beim Catch, ordentlich Fläche für eine effiziente Powerphase, aber… ein durch die häufige Nutzung rutschig gewordener Schaft. Etwas weiter draußen am See wechselte ich auf das Quickblade UV88, spürbar schneller tauchte es ins Wasser, die geringe Länge forderte die Bein und Rückenmuskulatur schon nach knapp einem Kilometer ungewohnt stark.

Ein Blick auf’s GPS zeigte aber bei gleicher HF eine bessere Pace, was wohl der leichter zu haltenden Zugzahl geschuldet war. Im Catch verliert man im Vergleich zum Croslake etwas an Power, macht dies aber in der Zugphase wieder wett. Die Blade des UV88 bleibt nach dem Catch an Ort und Stelle und so lässt sich auch ordentlich Zug aufbauen.

Die Form des konisch als auch oval verlaufenden Schafts, kommt meinen Händen sehr entgegen und ermöglicht dank der texturierten Oberfläche auch mit nassen Händen einen hervorragenden Grip. Vor allem der ergonomisch deutlich bessere Griff bewog mich aber dazu dieses Paddel selbst zu kaufen und in „passender Länge“ zu nutzen.

In einer Länge von 203cm ließ ich vorerst den Griff nur mit Heißkleber befestigen, weil mir schon eine weitere Kürzung des Paddels prophezeit wurde.

Ungläubig paddelte ich das UV88 in wenigen Tagen ca 50km bis nach etlichen Sprinteinlagen, das Paddel brach… Super… ein weiteres Paddel, dass wohl keinen starken Sprints von schweren Typen standhält.

Ohne große Anstalten wurde das Paddel schnellstmöglich vom Händler getauscht und in der Zwischenzeit konnte ich mich mit den zweiteiligen Croslake Marin 2 an meine ideale Paddellänge herantasten, diese liegt nun bei 197cm und ich bin damit am iSup, wie auch am Hardboard schwerst zufrieden.

Mittlerweile hat das UV88 auch schon schwerste Sprints und deutlich mehr Kilometer am Blatt und scheint erstmal zu halten, ich tippe da wirklich auf einen Verarbeitungsfehler oder Transportschaden. Da der Austausch anstandslos funktioniert hat, werte ich diesen Vorfall erstmal mal nicht weiter negativ.

Vor allem bei Distanzen über 10km fühle ich mich mit dem Quickblade deutlich wohler als mit dem Croslake und auch die Belastung für den Unterarm dürfte aufgrund des etwas weicheren Flex deutlich besser sein.

Ist solch ein Paddel notwendig? Absolut nicht… aber ein leichtes steifes Paddel sollte es dennoch sein, wer allerdings wirklich 4-6Tage die Woche am Board steht, dem empfehle ich ein solches Edelteil mal zu testen.

Interessanterweise konnte ich im letzten Urlaub mit verschiedenen Freunden Ausfahrten mit verschiedenen Board/Paddel Kombinationen machen und im direkten Vergleich war die „Laienreaktion“ eindeutig. Selbst wenn zuerst mit dem äußerst leichten, steifen Croslake Marin 2 gepaddelt wurde, empfanden sämtliche Tester das QB UV88 als deutlich angenehmer und wesentlich einfacher zu führen.

Croslake bietet nun ja auch das neue Bonneville mit ovalem Schaft an und wird wohl in einer ähnlichen Gewichtsklasse landen wie das UV88 mit seinen 490g bei einer Länge von 197cm. Der Griff, der tapered oval Shaft mit seiner edlen, griffigen Oberfläche, samt der ausgefeilten Bladeform rechtfertigen meiner Meinung nach zumindest einen Teil des doch sehr saftigen Aufpreises zu den Preis-Leistungswundern von Croslake.

FAZIT

Wer das Beste vom Besten sein Eigen nennen will, ist hier genau richtig, Verarbeitung, Konzept und Gesamtpaket suchen Ihresgleichen. Der Preis ist mit satten 499€ allerdings auch an der Grenze des Erträglichen und dementsprechend sollte man das Paddel auch nur in Gewässern verwenden, wo Bodenkontakt quasi ausgeschlossen ist. Ob das UV88 nun der Tradition der Nobelmarke folgt und über lange Zeit hält, wird die Zeit zeigen. Ich werde auch nach den ersten 500km über einen Zwischenstand berichten.

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