RACEBOARDS Schmäler = Schneller?

Auf der Suche nach dem perfekten Board für lange Distanzen und gelegentliche Renneinsätze, konnte ich in den letzten Monate einige Boards „probepaddeln“.

Bei Raceboards scheint der anhaltende Trend zu immer schmäleren Designs unaufhaltsam fortgesetzt zu werden… aber ist schmäler auch automatisch schneller?

Gerade als schwererer Fahrer ist ein gewisses Volumen und eine dem Fahrkönnen entsprechende Kippstabilität unabdingbar, um die theoretischen Vorteile schmaler Boards in der Praxis umsetzen zu können.

Bewährter Klassiker SIC RS 14’x24,5″ , oder runderneuertes Naish Javelin 14’x24″ ?

In einem ersten Vergleichstest konnte ich das Naish Javelin 2020 in 24″ Breite gegen das SIC RS 14×24,5 alias „Rocket Ship“ ausprobieren. Auf der Habenseite des Naish stand eine gute sekundäre Kippstabilität, eine hohe Steifigkeit und ein weitgehend unauffälliges, gutes Fahrverhalten bei moderatem Chop.

Das SIC RS in 24,5″ Breite vermittelte schon auf den ersten Metern meinem Paddelbuddy Tom, als auch mir ein höheres Sicherheitsgefühl. Der Grund hierfür dürfte zum Einen an der besseren initialen Kippstabilität liegen und des nur sanft abgesenkten Standbereichs. Erste Geschwindigkeitstests zeigten kaum wahrnehmbare Unterschiede, so kam es auf den subjektiven Fahreindruck an.

Einfach fiel mir die Entscheidung jedoch nicht, da das SIC RS spürbar mehr flex aufwies, was bei stärkeren Wellen zwar etwas mehr Fahrkomfort verspricht, aber auch weniger vertrauenserweckend wirkt. Schlussendlich hatten wir aber im Laufe der Testfahrten unter anderem mit Seitenwellen zu kämpfen und hierbei war das RS deutlich weniger empfindlich. Wenn es dann doch mal zum ungewollten Abstieg kommt, sollte man auch testen wie schnell man wieder am Board stehen kann. Wannenboards wie das Javelin stellen hierbei den Fahrer vor deutlich größere Herausforderungen als das RS.

Ihr ahnt es schon, die Wahl fiel nicht zuletzt wegen des wahrscheinlich Branchenweit besten Tragegriffs names „EZ-Grab Handle“ auf das SIC RS 14′ in der Breite 24,5″.

SIC RS 14’x24,5″ the weapon of choice

Aha-Erlebnis am Grundlsee

Verschiedene kurze Proberunden mit dem neuen Starboard Sprint 2020 in 20,75″ , dem Fanatic Strike 2017 in 24″ und schließlich dem Fanatic Strike 2020 in 21,5″ ließen in mir die Frage offen, ob denn schmalere Boards, sofern fahrbar im Sinne der Kippstabilität, wirklich schneller sind als mein liebgewonnenes RS.

Zweifelnd auch nur wenige Meter bei spiegelglattem Wasser mit einem 20,75″ breitem Board zurücklegen zu können, bot sich mir die Möglichkeit das Starboard Sprint 2020 fahren zu dürfen. Das erste Aufstehen am Board war nicht unbedingt geprägt von großer Zuversicht. Wissend, dass gerade diese Boards mit zunehmender Geschwindigkeit an Stabilität gewinnen, paddelte ich einfach mal drauf los und das gelang auch überaus gut! Da aber nicht immer mit den an diesem Tag vorherrschenden Laborbedingungen zu rechnen ist, war dieser kurze Test auch schnell vorbei.

Sobald ich nicht voll auf Zug war, kippte mir das Board immer wieder zu sehr in eine Seite und ich konnte nicht volle Kraft auf’s Paddel bringen. Mangels besserem Fahrkönnen und der Möglichkeit das Sprint in 22″ Breite zu testen, blieb es bei dieser Erfahrung.

Fanatic Strike 2017/2019/2020

Nachdem ich schon einige Kilometer mit dem Fanatic Strike 14’x24″ Modelljahr 2017 paddeln durfte und damit zwar vorwärts kam, aber nie so richtig warm wurde, mangels ausreichender Kippstabilität und fehlendem Volumen für einen >90kg Fahrer dachte ich nicht schmälere Boards tatsächlich fahren zu können.

Da sich das Starboard Sprint 2020 nicht schwerer fahren ließ, als das besagte 2017-er Fanatic Sprint, war ich neugierig wie sich wohl ein ausgewiesenes Flachwasserboard wie das Fanatic Strike des Modelljahres 2019/2020 fahren lässt.

Schon das Starboard Sprint 2020 verwunderte mich durch eine sehr hohe sekundäre Kippstabilität. Gerade wenn die Bedingungen nahezu ideal sind, sollten stärkere Wankbewegungen eher die Seltenheit sein, hierzu reicht meine Fahrtechnik derzeit aber einfach nicht aus.

Wenn man aber schon die Möglichkeit hat, verschiedenste Top-Boards an einem Ort versammelt zu haben (Rennen eignen sich hierfür bestens 😉 ) , wollte ich auch das brandneue Fanatic Strike 2020 in 21,5″ Breite testen.

Rein in die Wanne, aufgestanden, nicht gleich losgepaddelt und siehe da… das fühlte sich unheimlich stabil an, wenn auch nicht vergleichbar mit meinem SIC RS 14’x24,5″.

Schon die ersten Meter zeigten große Unterschiede zum mittlerweile gewohnten RS.

Die flache Nose scheidet leise durch’s Wasser, die Rollneigung bei geringeren Geschwindigkeit war deutlich geringer als beim Sprint und ein Blick auf die GPS Uhr zeigte ungewohnt gute Pace Zeiten.

Da das 2020-er Modell den Shape des Strike 2019 quasi unverändert übernommen hat und gegen Ende der Saison auch stärkere Preisnachlässe erzielbar sind, war für mich nach diesem Test der Wunsch geboren, dieses Board mit in den „Fuhrpark“ zu nehmen.

Schon beim ersten Test auf der „Hausrunde“, konnte ich bei suboptimalen Bedingungen auf Anhieb meine bisherige Bestzeit des SIC RS erzielen.

In den zukünftigen Einzeltests werde ich mich bemühen die Unterschiede des SIC RS 14’x24,5″ und des Strike 14’x21,5″ herauszuarbeiten.

Natürlich ist mir klar, dass das Strike bei Flachwasser schneller sein wird, alleine schon aufgrund der Breite, warum dennoch der Vergleich mit dem deutlich breiterem Board interessant ist – wartet ab 😉

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