Starboard Allstar 14×24,5 (2019)

Alle guten Dinge sind drei und so wollte ich zum Allrounder SIC RS und dem Flachwassergeschoss Fanatic Strike ein weiteres Board hinzufügen, von dem ich denke, dass es diverse Eigenschaften gut vereinen könnte.

Ein Klassiker, über viele Jahre verfeinert und kaum aus dem internationalen Renngeschehen wegzudenken, kann doch nicht so verkehrt sein – Das Starboard Allstar in der Carbon Sandwich Ausführung weckte mein Interesse.

2019 im Jahr 2020?

Warum nicht das aktuelle, stark beworbene 2020 Modell mit konvexem Unterwasserschiff, sondern das Vorjahresmodell?

Das Strike mit lediglich 21,5″ Breite zeigt durch die starken Konkaven am Unterwasserschiff eine ungeheuer gute sekundäre Kippstabilität und lässt sich über die Rails relativ gut lenken. Upwind „klatscht“ das Board auch nicht hart auf, sondern teilt das Wasser deutlich sanfter als das sehr flache RS. Damit sollte es noch ein „altes“ Modell mit konkavem Unterwasserschiff sein. Zudem könnte das flache Tail, im Gegensatz zur durchgängigen Konkave des Strikes, einen besseren Wasserabriss zur Folge haben (Link zum Video am Ende des Beitrags).

Steifigkeit

Das SIC RS mit deutlich spürbarem Flex, wirkt im Vergleich zum bocksteifen Strike fast schon wie ein Inflatable. Das Allstar kann naturgemäß nicht mit dem Strike mithalten, da hierbei Dugout Boards immer „besser“ abschneiden werden. Das Allstar ist dennoch spürbar steifer als das RS und schwingt nicht so stark nach.

Die entsprechenden Slo-Mo Videos findet ihr am Ende des Beitrags bzw auf meinem Youtube Kanal.

Großartige Eingewöhnungszeit erfordert das Allstar nicht, hier heißt’s rauf und los.

Die primäre Kippstabilität erinnert stark ans RS, auf der Kante wird es aber deutlich früher progressiv und zeigt eine ähnliche sekundäre Kippstabilität wie das Strike. Ich bin erstmal zuversichtlich mit dem Allstar schnell eins zu werden und schon bald erste Messwerte liefern zu können.

Speedcheck done…

Soviel ist mal sicher, das Ding ist schnell… im Sprint genügend Fläche, um schön aus dem Wasser zu kommen und bei Long Distance Runs einfach auf Geschwindigkeit zu halten. Auffälligster Unterschied im Vergleich zum RS ist die Art und Weise wie das Board um die Längsachse rollt. Während das RS aufgrund des runden Vorderschiffs bei Kippbewegungen nach links und rechts ausweicht, dreht das Allstar quasi an Ort und Stelle um die Nulllinie, was einem hierbei eher zusagt ist wohl Geschmacksache.

Das erste Anpaddeln scheint etwas träger vonstatten zu gehen als beim RS, ab Reisegeschwindigkeiten von >8km/h fällt aber auf, dass die spitzer zulaufende Nose weniger Wasser verdrängt und gefühlt weniger Widerstand erzeugt. Allgemein scheint mir der Nose Shape sehr gelungen zu sein, am Fluss nicht zu anfällig für Wirbel und seitliche Strömungen, schnell im Flachwasser und perfekt für Upwind-Sessions.

Wenn Wellen mal größer als 20-30cm werden, sticht sowohl das RS, als auch das Strike mitten durch die Welle, das Allstar will über die Wellen gepusht werden und ist dabei voll in seinem Element. Mit sehr viel Volumen in der Nose kommt es selten in Verlegenheit Wasser bis auf die Standfläche zu befördern. Abgeschrägte Kanten leiten das Wasser effektiv ab und bremsen das Board nur marginal.

KURZ: Upwind macht dieses Board unheimlich viel Spaß und belohnt beim Downwinden mit gutmütigem, vorhersehbaren Fahrverhalten.

Lediglich bei starkem Seitenwind muss deutlich mehr gearbeitet werden als beim RS, ansonsten stellt mich das Allstar trotz deutlich weniger Fahrpraxis, verglichen mit RS oder Strike, vor keine zusätzlichen Herausforderungen.

When things get nasty…

Wenn der Wetterbericht und die Bäume in Nachbars Garten signalisieren, dass das Grundlagentraining an anderen Tagen stattfinden sollte, ertappe ich mich regelmäßig dabei das Strike gar nicht in die nähere Auswahl zu nehmen. Mit dem RS klappt einfach alles, aber werden die Wellen mal wirklich groß und detoniert das Board trotz fleißiger Fußarbeit so hart in der darauffolgenden Welle kommen in mir Zweifel auf wie lange das Material solche Torturen überstehen kann. Das Allstar fühlt sich bei solchen Bedingungen eher „spring loaded“ an, man ist verleitet das Board immer härter von Welle zu Welle zu prügeln – und das ganz ohne schlechtes Gewissen.

Sprint Time

Für all jene die wenig Zeit haben, das RS ist meine erste Wahl bei Sprints.

Nach 6-7 kräftigen Zügen und >10km/h wandert die Nose immer weiter aus dem Wasser und dabei wird das Board bei maximalem Krafteinsatz auch nervöser als das RS. Dadurch fällt es auch etwas schwerer weiterhin volle Power aufs Blatt zu bekommen. Noch drastischer fällt dieses Verhalten beim Strike auf, hierbei ist es mir nicht erst einmal passiert eine ungewollte Kurve hinzulegen, weil die Gewichtsverteilung plötzlich ausser Kontrolle geriet 😀

Sobald mein Unterarm wieder vollkommen regeneriert ist, werde ich weitere Sprints machen um dem auf den Grund zu gehen.

Fazit…?

Für ein Fazit ist es noch zu früh und ich will mir noch 100-200km geben um „abschließendes“ sagen zu können. Eventuell finde ich auch noch eine passendere Finne für dieses Board.

Perfekt ist keines meiner drei Raceboards, aber könnte ich einzelne Eigenschaften zu einem Traumboard zusammenbasteln, müsste es diese Liste erfüllen:

  • die Steifigkeit des Fanatic Strike aufweisen
  • den EZ-Grab Griff und das Gepäcknetz des RS haben
  • das Volumen und die Nose des Allstars besitzen
  • die sekundäre Kippstabilität des Strikes aufweisen
  • die primäre Stabilität des RS liefern
  • ein Kickpad haben
  • das stabile, breite Heck des Strikes für Turns
  • die sehr effizienten Drainageöffnungen des Strikes
  • das Gewicht eines Lightcorp Boards auf die Waage bringen
  • GoPro Mount
  • Standflächenbreite >46cm
  • Stonefin mit ausreichend Fläche, auf das daraus resultierende Board abgestimmt

Bis dahin freue ich mich über die jeweiligen Stärken und Schwächen dieser Boards und freue mich weiter über gewonnene Erfahrungen berichten zu können. Beim RS als auch beim Strike wurde ich mit den Standardfinnen übrigens nie wirklich glücklich und habe hierzu bereits die richtigen Finnen gefunden. Der kurze Finnenkasten des Allstars (19cm) schränkt mich derzeit auf die (wie bisher immer) sehr schwere Serienfinne (Natural Winner) ein.

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https://www.youtube.com/playlist?list=PL9-eqG9CKq6vdeuEXizM91cTcA3IhhLYE

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https://youtu.be/YmxVS3wlZxc

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