Alltagsstress mit Job und Familie, zwei kleine Kinder die einem die Welt bedeuten, aber den Fokus ganz sicher nicht auf sportliche Höchstleistung lenken lassen, plus mäßige Laune konsequent Ausdauer zu trainieren, formten meinen Körper in den letzten Jahren.
Klingt nicht nach der perfekten Zeit sich um neues Material Gedanken zu machen, denkt ihr euch? Naja… so ein neues Board kann doch schon auch wieder eine gewisse Motivation zur Folge haben, gerade wenn die klimatologischen Veränderungen, einen Mai mit hochsommerlichen Temperaturen zur Folge haben.
Mit stetigem Blick auf die Trainingsuhr verflog zunächst der Glaube an spontane Geschwindigkeitsverbesserungen, durch hoffentlich weiter verbesserte Paddeltechnik. Wer schnell sein will braucht entweder abnormales Talent oder sollte ein spezifisches Training planen. Im Winter habe ich mich wie üblich gerne in den Keller begeben um dort Kraftübungen zu machen, das hilft dem eigenen Ego, macht einen in der Praxis am Board aber meiner Erfahrung nach nicht schneller. Ganz im Gegenteil… mehr Muskulatur benötigt mehr Sauerstoff und für Ausdauertraining bin ich aktuell wohl eben zu faul. Wenn dann aber noch Boards hinzukommen, die mir die Laune am Paddeln verderben, weil einfach nur Vollgas “vernünftige” Reisegeschwindigkeiten zu erzielen sind, wird’s kritisch.
Auf meiner wöchentlichen Paddelrunde in Wels paddle ich meist knapp über 7km und kann dabei mit Grundlagentempo 7,5-7,7km/h Schnitt fahren, locker und easy fühlt es sich aber eigentlich immer nur am LightCorp Signature an – ja, es ist gewissermaßen ein Rollbalken, der dich stets fordert, aber das Feeling guten Glide auch bei moderatem Krafteinsatz zu erfahren, macht es dennoch zu meinem Lieblingsboard. Wollte ich dann aber doch wieder eine Bewegungsfahrt mit dem SIC RS machen, bewies ich mir damit aber nur Mal zu Mal, dass diese Wasserlinie keine Paddler >80kg toleriert. Auch das Starboard Sprint ist ein schwerer Kübel, der erst mit Druck am Paddel so richtig in Bewegung kommt, dann aber richtig!
The Lake Rocks 2026
Über 100kg schwer, wenig Trainingskilometer im Gepäck, entschied ich mich beim wohl erfolgreichsten Paddel Rennen (global?) lediglich mit einem iSup an den Start zu gehen und mich gar nicht erst über die Langdistanz zu quälen.
Ein Timetrial über 2,1km, ein Sprintrennen, das FunRace (Begleitboot für meine Tochter) , sowie ein Technical Race machten dann aber doch wesentlich mehr Spaß als ich es für möglich gehalten hätte. Mangels Erfolgschancen und “weil’s eh Wurscht is” prügelte ich das Itiwit R500 nach Kräften über die jeweiligen Distanzen und war dann doch erstaunt wie schnell ich damit sein konnte. Die schlechte Nachricht allerdings… das Ding wird scheinbar nicht mehr verkauft, war aber mitunter das steifste iSup, welches ich bisher häufiger paddeln durfte. Nachdem dieses Board allerdings unserem Verein gehört, habe ich ein kurzes Marktscreening gemacht und musste feststellen, dass nicht gerade viele Alternativen übrig bleiben um mein etwas in die Jahre gekommenes SIC Bullet abzulösen.
LightCorp baut mit dem Platin 3L ein steifes und sehr schnelles iSup, allerdings wollte ich unbedingt einen leichten Nose Rocker, weil ich das als den einizigen Kritikpunkt am Itiwit anführen würde. Will man dann noch Carbon Stringer, Gepäcknetz und verschweißte Rails, denkt man schnell an Starboard. Vor Monaten bestellt, warte ich nun auf dieses Board und bin hoffnungsvoll, dass dieses Board ähnlich schnell sein könnte, wie das Itiwit, mit der Reisetauglichkeit des SIC Bullet vereinen könnte.
So – ab jetzt also Back to the Roots und es werden nur noch iSups gefahren? Nein… dafür macht das Signature nach wie vor viel zu viel Spaß, auch wenn es mir beim Sprinten schnell zu nervös wird.
Paradoxa – Liebe auf den vierten Blick
Moderne Raceboards sollen einem ausreichend Stabilität bieten um Kraft auf’s Paddel zu bringen und dürfen in gewissen Fällen sogar ein One Trick Pony sein, sie sollen aber bei entsprechendem Krafteinsatz ein maximum an Vortrieb ermöglichen.
Klassische EPS-Core Boards müssen nicht nur sehr pfleglich behandelt werden, sie lassen sich in der Regel auch deutlich schwieriger reparieren und der Großteil der Volumenhersteller legt seine Boards auch in >24″ Breite nicht für 100kg schwere Paddler aus. Das Paradoxa hingegen, hat in der Breite 24,5″ eine nahezu perfekte Wasserlinie für mich und einen Standbereich der fast schon zu weit wirkt… muss es wirklich so stabil sein, wo ich mich doch zu 98% der Zeit auf Flachwasser bewege? – Nein! – Ich wollte es nochmal in 23″ Breit probieren und war beim ersten anpaddeln doch sehr verwundert wie mühelos damit 8,5-9km/h möglich waren. Beim anschließenden Praxistest Stefan am Starboard Sprint Zero mit kleinem Vorsprung im Sprintmodus einzuholen, war es erstmals seit gut eineinhalb Jahren möglich nicht nur mitzuhalten, sondern ihn sogar locker zu überholen.
Kurze Tests können einem nur ein initiales Feeling geben, aber da es einfach kein vergleichbar gut konstruiertes Board gibt, welches auch noch wahnsinnige Stabilität im Sprint vermittelt musste ich mir von Gerd eine Übersicht der verfügbaren Board zukommen lassen – und habe auch direkt eines bestellt. Das SIC RS musste mich verlassen und beim Starboard Sprint und dem Allstar bin ich noch am Überlegen, ob sie wirklich Teil des Fuhrparks bleiben müssen.
Wird das seit langem wieder mal ein Board mit dem wieder neue persönliche Bestzeiten möglich sind? Ich halte euch am Laufenden…
