Bose Noise Cancelling Headphones 700

Revolution, Evolution oder einfach eine moderne Alternative zum Bestseller?

Der Bose QuietComfort 35 II mit klassischem, über Jahre kaum veränderten Design, angenehmem Soundprofil und unerwartet guten Subbass-Eigenschaften hat ein Geschwisterchen bekommen.

Der neue NC 700 kommt im frischen Look, mit Gestensteuerung, einer neuen Soundsignatur, Bose’s AR-Feature, 3 Sprachassistenten und in Summe 8 Mikrophonen und will damit den nächsten Schritt im Umfeld der geräuschunterdrückenden Kopfhörer markieren.

Ist man noch im Jahr 2004 von vielen als Freak bezeichnet worden, einen Kopfhörer in der 300-400€ Klasse gekauft zu haben, so sind aktuelle Vertreter dieser Preisklasse mittlerweile längst in der Masse angekommen. Ob am Flughafen, in der U-Bahn, im Fitnessstudio, am Arbeitsplatz oder in der Fußgängerzone, Over-Ear Kopfhörer sollen Musikgenuss für unterwegs ermöglichen und dabei ständig neue Features bieten.

Klanglich waren die Noise-Cancelling Kopfhörer für Freunde des unverfälschten Klangs lange ein absolutes No-Go, mit der ersten Revision des Bose QuietComfort 35 änderte sich aber einiges. Auf einmal konnte man auf einschlägigen HiFi-Seiten erstaunlich positive Reviews finden, trotz des in HiFi-Kreisen oftmals stark in Kritik stehenden Namens Bose.

Bose schaffte es mit gezieltem Einsatz von DSP Technik und gutem Design, seinem damaligen Topmodell Top-Klangeigenschaften zu verpassen und das auch bei maximaler Geräuschunterdrückung.

Letzteres beherrscht der Bose NC700 nun nochmals besser als sein mancherorts optisch angestaubt bezeichneter Bruder QC35 II, vor allem bei Telefonanrufen oder Sprachbefehlen via Siri, Alexa, oder Google Assistant versteht der neue deutlich besser.

Warum fehlt hier der Vergleich zum Sony XM3, bzw. warum stellt er für mich keine Alternative zum QC35 II oder zum NC700 dar? – Obwohl ich relativ kleine, anliegende Ohren habe, stört mich der Tragekomfort von Sony Kopfhörern. Die Ohren liegen an der Treiberabdeckung an, sensible Naturen wie mich stört das dann bei dauerhafter Nutzung.

Bei sämtlichen Bose Over-Ear Kopfhörern findet man angewinkelte Treiber in den Hörmuscheln, welche den Tragekomfort signifikant verbessern, weil sie zusätzlichen Platz für die Lauscher schaffen.

Der Tragekomfort der NC700 ist verglichen mit den QC35 II trotz sehr weich gepolstertem Kopfbügel, gutem Anpressdruck und angenehmen Ohrpolstern nicht ganz auf dessen Niveau. Verhedderte Haare sollten mit dem neuen Design nun der Geschichte angehören, die zahlreichen Gelenke des Vorgängers lassen diesen zwar etwas kompakter verstauen, portabel ist der NC700 dennoch geblieben. Das Gewicht ist gegenüber dem QC35II um lediglich 26g auf 262g gestiegen, merken tut man das kaum.

Das neue Case ist in den Dimensionen etwas gewachsen, die magnetisch befestigte Zubehörklappe beherbergt ein USB-C Kabel mit 0,5m Länge und ein klassisches 3,5mm Audiokabel. Ja, auch hier fehlt eine Kabel-Remote, welche mir persönlich auch nicht abgeht. Lediglich der Flugzeugadapter der schon beim beim QC35II eingespart wurde, muss separat erworben werden, um nahezu jede Verbindungmöglichkeit ausschöpfen zu können.

Die Bedienung des NC700 erfolgt intuitiv per Streichgesten im vorderen Bereich des rechten Ohrhörers. Die gut integrierten Knöpfe sind linker Hand weitgehend konfigurierbar und haben als Standardeinstellung NC Settings in Stufe 10,5,0 voreingestellt, drückt man ihn länger, wird ein natürlich wiedergebender Gesprächsmodus aktiviert. Auf der rechten, vorderen Seite findet sich das Gestenfeld um Lautstärke, Play/Pause, sowie den nächsten/vorherigen Titel anzuwählen, sowie die Telefonanrufe entgegenzunehmen oder abzuweisen.

SOUND

Jetzt wird’s prickelnd …

Kann der Bose NC700 in der für mich wichtigsten Kategorie punkten und den QC35II in den Schatten stellen, oder sogar gegen den hervorragenden B&W P7 Wireless bestehen?

Wie üblich, handelt es sich bei den beschriebenen Klangeindrücken um die subjektive Wahrnehmung des Hörers und dessen Präferenzen. Entgegen der von sogenannten audiophilen Personen bevorzugten linearen, komplett unverfälschten Wiedergabe, bevorzuge ich einen sanft angehobenen Tiefbassbereich.

Wird im Oberbass zu stark angehoben, hat dies starke Auswirkung auf die Mitten und Instrumente, Stimmen etc. werden falsch dargestellt. Hat man aber einen “Spaßbuckel” unter 30Hz, so kann man den Bass auch physisch und mit gutem Fundament wahrnehmen.

Die Fraktion, die auch Musik mit hochwertigen Audioequipment inkl. guten Subwoofern genießt, weiß wovon ich spreche.

Das Frequenzspektum bis unter die Hörschwelle zu erweitern, ist bei HiFi Anlagen mit äußerst hohen Kosten verbunden, mit Kopfhörern aber oftmals schon mit zweistelligen Beträgen zu bewerkstelligen.

Und hier liegt das Problem mit dem NC700… Die Mitten wirken sauberer und die Höhen luftiger als beim QC35II, der Bass ist leicht angehoben, aber deutlich weniger akzentuiert im Tiefbass. Hier bleibt zu hoffen, dass Bose mit zukünftigen Updates eine Klanganpassung, ähnlich dem Mitbewerber Sony, anbietet, um die Basssignatur des Vorgängers wieder ins Leben rufen zu können.

Amber Rubarths – “Sessions from the 17th Ward” gehört mit einigen Stockfisch Records Aufnahmen zum mitunter besten Testmaterial, um die klanglichen Qualitäten von Audioequipment zu testen. Gerade bei der binauralen Aufnahme Amber Rubarths, gefällt der NC700 äußerst gut, bietet der geschlossenen Bauform entsprechend nicht die breiteste Bühne, stellt aber Instrumente mit der zu erwartenden Präzision und ohne spitze Höhen dar. Die “Rumble-Geräusche” dieser Aufnahmen sind aber mit dem Vorgänger deutlich besser wahrzunehmen und auch starke Trommelschläge kommen mit größerer Wucht via QC35.

Steve Strauss’s – Set’em Up Joe eignet sich sehr gut, um zu testen, ob eine basslastige Abstimmung zum Überblenden in die Mitten tendiert und damit die Stimme unnatürlich brummig ertönen lässt oder ein sauberes Klangbild aufrecht bleibt. Die ausgewogene Abstimmung bringt den NC700 nicht in Verlegenheit Details zu überblenden.

Der NC700 ist weitgehend “multigenretauglich” und ermöglicht entspanntes Hören einer Symphonie, ebenso wie aktuelle Chart- oder RnB Musik; bei Rock/Metal gefallen endlos pegelfeste Vertreter wie der B&W P7 W deutlich besser.

Sobald die ersten Klirrmessungen vom NC700 vorhanden sind, vermute ich bei höheren Pegeln steigenden Klirr in den Höhen. Bei hohen Lautstärken kippt das ansonsten stimmige Gesamtbild und das ohnehin ungesunde Gehörzerstören macht dabei auch noch wenig Spaß. Die besten mir bekannten Pegelmonster kommen vom Hersteller V-Moda. Wem deren Design zu rustikal ist, kann noch versuchen, einen ohne NC ausgestatteten B&W P7 W zu ergattern – da geht das auch mit größtmöglicher Noblesse.

Nun aber zurück zum NC700 und dessen Klangeigenschaften…

Licht & Schatten

Ich bin ehrlich gesagt etwas hin und hergerissen was die Beurteilung dieses zweifelsfrei guten Neulings anbelangt.

Wenn Bose noch einen vernünftig anpassbaren EQ vorstellt, welcher ähnlich der exzellenten Sonarworks Software funktioniert, habe ich gute Hoffnung, dass der NC700 seinem Vorgänger ebenbürtig wird. Derzeit muss der Early-Adopter bei vielen Testsongs zischelnde S-Laute und bei hohen Lautstärken ein höhenlastiges, auf Dauer anstrengendes Klangbild, in Kauf nehmen. Fairerweise muss man aber sagen, dass der Österreichische Marktstart erst vor 2 Tagen stattfand und auch beim QC35II sehr viele Softwareupdates zum mittlerweile sehr ausgereiften Modell geführt haben.

Sobald sich via Softwareupdate geänderte Höreindrücke einstellen, werde ich den Testbericht gerne um diese erweitern.

Derzeit gibt es für alle zufriedenen QC35 und QC35II Nutzer keinen dringenden Grund, auf den neuen NC700 zu wechseln, wenn der Klang an erster Stelle steht.

Brauchbare AR-Features werden wohl auch erst im Laufe des nächsten Jahres den Weg in den Appstore finden, einen dringenden Kaufgrund stellt diese Funktion derzeit nicht dar.

Fazit

Der NC700 ist also von allem etwas, revolutionär in Bezug auf die NC Eigenschaften beim Telefonieren in lauter Umgebung, evolutionär was die Bedienung und die Ausstattung innerhalb der Bose Familie anbelangt und im Bezug auf den Klang lediglich eine Seitwärtsentwicklung.

Zum derzeitigen Stand brilliert der NC700 mit klassenbestem NoiseCancelling, vielen technischen Neuerungen, die ihn zukunftssicher erscheinen lassen und einem hochwertigen Gesamtpackage. Bei der Klangabstimmung kann man meiner Meinung nach noch optimieren, was angesichts der DSP-Möglichkeiten für Bose gut möglich sein sollte.

Testzeitpunkt 13.07.2019 , Firmware Version : 1.1.4 , Testgeräte: iPhone7 iOS12, MacBook 12

Bose NC 700 Kopfhörer Preview

Wie schlägt sich der neue NC 700 klanglich im Vergleich zum Klassiker Bose QC35 II und zu meinem all-time Favorit Bowers & Wilkins P7 Wireless?

Derzeit bin ich noch am Testen und Vergleichen und kann schonmal so viel verraten … nicht für jeden wird das neuere Modell auch gleich die bessere Option darstellen.

Der Bose NC 700 verspricht den nächsten Schritt in Sachen Noise-Cancelling und kommt im frischen, stylischen Design – kann er dem allseits beliebten QC35II auch in dessen Paradedisziplinen, Komfort und langzeittauglichem Sound das Wasser abgraben?

Testbericht coming soon!

SIC Bullet Air Glide 14.0×28,5 2019

SIC Bullet

Vorstellung

Das Bullet ist mittlerweile schon ein echter Klassiker und erfährt in der 2019-er Version einige Neuerungen, die es zu einem hochinteressanten, sportlichen Tourer machen und einen sehr breiten Einsatzbereich versprechen.

Was einen erwartet, sobald man das Paket um einen Preis von 1299 € öffnet, lässt auch in dieser Preisklasse kaum noch Wünsche offen:

In einer ordentlichen Box in Box Kartonverpackung findet man nebst sehr solide verarbeitetem und mit zahlreichen Features gespickten Boardbag, eine hochwertige Coiled-Leash, eine klassische Bravo HP2 Doppelhubpumpe, eine Standard 9″ Touring Finne mit SIC Logo sowie das obligatorische Repairkit, inklusive Ersatzfinnenplättchen.

#supboardsfuerschwerejungs

Gerade Paddler über 90kg sollten größten Wert auf eine stabile, steife und langlebige Boardkonstruktion legen, um nicht mit der sprichwörtlichen Banane die Füße im Wasser zu haben und starke Stabilitäts-/Geschwindigkeitseinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Das Bullet mit seiner hochwertigen Fusion Skin Technologie und gekreuztem Dropstich Aufbau, verzichtet auf jegliche Carbon-Stringer, Spannsysteme und andere Versteifungselemente. Kann das gut gehen? JA! – und wie! SIC hat seine Hausaufgaben gemacht und selbst mit 18psi konnte ich beim verschärften Steifigkeitstest einen sehr guten Wert von lediglich 26mm Durchbiegung ermitteln (150cm Abstand, 97kg Belastung)

Bezüglich der Kippstabilität muss man sich beim Umstieg von sehr breiten Touringboards (34″+) vor allem die ersten zwei, drei Tage eine gewisse Eingewöhnungszeit genehmigen.

Komfort

Der zentrale Tragegriff ist mit Neopren ummantelt und ermöglicht dank des gemessenen Boardgewichts von 12,3kg inkl. Finne einen einfachen Transport.

Das kleine aber gut platzierte, sowie mit 6 D-Ringen in Edelstahlausführung befestigte, Decknetz bietet ausreichend Platz für einen kleinen Drybag, eine Trinkflasche, sowie ein paar Schuhe. Sehr positiv zu erwähnen sei hierbei die kompakte Anordnung des Netzes, welche die Dinge fest an Ort und Stelle hält. Gerade bei großen Decknetzen verabschieden sich Trinkflaschen schnell beim ungewollten Abstieg.

Am Ende des Diamond-Cut Deckpads findet sich noch eine einfache Leash-Öse, zusätzliche Tragegriffe, oder ein Kickpad sucht man aber vergebens.

Geringe Durchbiegung und solide Wasserlinie, sanfter Nose-Rocker

SPEED

Versprochen habe ich mir vom Bullet ein Board, mit dem ich auf meiner Hausrunde (3,7km) eine Pace von 7:30 (8km/h) erreichen kann und dabei aber nicht auf Touringqualitäten verzichten muss. Ob dieses Ziel im Laufe der Saison noch erreicht wird, muss die Zeit zeigen.

Selbst bei schnellen Sprints erreicht man aufgrund des guten Shapes und der hohen Steifigkeit sehr hohe Geschwindigkeiten. Vor allem der saubere Wasserabriss des PinTails verhindert ungewollte Walzen, die das Board bremsen könnten.

Erste Geschwindigkeitstests schüren Hoffnung, dass die 7:30 Pace bald erreicht werden kann 😉 Das Limit ist derzeit eindeutig der Fahrer und nicht das Material 😀

Im Sprint kommt die großvolumige Nose des Boards aus dem Wasser, das “spitze” PinTail geht auf Wasserniveau und bei der Rückholphase des Paddels reißt das Wasser sauber ab.

Mit Worten lässt sich dieses Verhalten schwer beschreiben, Bilder sagen mehr als tausend Worte hat mal jemand gesagt, also seht selbst:

Am Fluss

Im Vergleich zu sehr breiten, kippstabilen Flusstouringboards, wie dem Fanatic Rapid Air Touring, hat man mit dem Bullet den großen Vorteil auch bei stärkerer Strömung gut flussaufwärts paddeln zu können, ohne sich am Flussrand bewegen zu müssen. Bei stärkeren Wasserwirbeln ist allerdings größere Vorsicht geboten und auch Step Back Turns erfordern wesentlich mehr Feingefühl und Übung.

Die wirklichen Stärken des Bullets liegen aber eindeutig im sehr breiten Einsatzbereich, der von Downwind bis Race, bei jedweder Bedingungen reicht.

Fazit

Das Bullet ist eine Wucht, es geht mächtig vorwärts und motiviert seinen Fahrer auch größere Distanzen in Rekordzeit zurückzulegen. Der breite Einsatzbereich spricht vor allem erfahrenere Fahrer an, die einen sportlichen, gut verarbeiteten Wegbegleiter für alle Gewässer suchen.

  • Bewährter, vielfach optimierter Shape
  • Top Verarbeitung, hochwertige FST, DSC,DSW Bauweise
  • Hohe Steifigkeit (26mm Drop)
  • Guter Geradeauslauf
  • Schnörkelloses Design
  • Komplette Ausstattung
  • Vielseitiger Einsatzbereich
  • Maximaldruck von 20psi zulässig

Nachtrag 17.08.2019

Mittlerweile habe ich einige Kilometer und viele Stunden auf dem Bullet verbracht und auch mein gewünschtes Ziel einer Pace unter 7:30/km mehrfach erreicht.

Hier mein bisheriger Rekord auf meiner “Hausstrecke”:

Das Bullet ist für mich das ideale iSup und lässt derzeit kaum Anlass zur Kritik, Naish baut mit der 2020-er Serie nochmal steifere Boards welche sicher auch eine interessante Alternative darstellen, aber die Vielseitigkeit und der “smoothe” Glide des Bullet sind schon absolute Spitzenklasse.

Eine Ultraleichte Carbonfinne könnte natürlich auch der Grund für reproduzierbare Bestzeiten gewesen sein, den wirklichen Unterschied stelle ich aber vor allem bei stärkeren Wirbeln fest, wo das Board deutlich weniger ins Wanken gerät.

Mittlerweile standen auch ein paar Tests mit Hardboards an der Tagesordnung und auch hier kann das Bullet immer noch sehr gut mit, selbst das SIC RS 14×24,5 kann ich derzeit kaum schneller bewegen wenn das Wasser ruhig ist.

Wenn ihr Fragen habt, gerne einen Kommentar hinterlassen, ich werde versuchen so gut wie möglich darauf einzugehen!